Erfahrungsexpertin Melli Hinz hat 2021 die RASMUS Trainerausbildung bei uns absolviert und ist seitdem als Kursleitung tätig. In diesem Blog-Artikel spricht sie über den Ablauf der Einweisung ins Kurskonzept und über ihre persönlichen Erfahrungen.
Inhalt
Was ist die das Resilienz-Trainingsprogramm RASMUS?
Wie läuft die Einweisung in das Kurskonzept ab?
Für wen ist die Einweisung in ein Resilienztraining geeignet und welche Möglichkeiten bieten sich dadurch?
Welche Inhalte und Methoden werden in der RASMUS Trainerausbildung vermittelt?
Wie unterscheidet sich das Resilienztraining RASMUS von anderen Resilienz-Konzepten?
Melli berichtet von ihren persönlichen Erfahrungen
Was ist die das Resilienz-Trainingsprogramm RASMUS?
RASMUS – das steht für Resilienz durch Achtsamkeit, Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge. In unserem zehnwöchigen Trainingsprogramm werden Menschen von den Kursleitungen auf ihrem Weg zu mehr psychischer Widerstandsfähigkeit begleitet. Neben den 7 Säulen der Resilienz geht es dabei auch um die Entwicklung von Selbstmitgefühl und Achtsamkeit.
In der RASMUS Trainerausbildung bekam ich eine ausführliche Einweisung in das Kurskonzept und fühlte mich danach in der Lage eigene Resilienz-Kurse zu leiten und zu gestalten. Mir wurde ein Verständnis der vielfältigen Übungen vermittelt und ich bekam hilfreiche Tipps, wie ich meine Teilnehmenden dabei unterstützen kann, ihre eigene Resilienz zu stärken und (wieder-) zu entdecken.
Das RASMUS Konzept ist für mich weit mehr ist als eine klassische Trainerqualifikation. Vor allem das Einbringen meiner Eigenen Krisenerfahrung und der bewusst gelassene Raum für den Erfahrungsaustausch aller, machen dieses Konzept für mich besonders.
Wie läuft die Einweisung in das Kurskonzept ab?

Die Einweisung in das Kurskonzept hat bei mir online in einer Gruppe mit rund 10 Teilnehmenden stattgefunden. Wir wurden Anhand der vorab ausgeteilten Stundenverlaufspläne durch den Kurs “mitgenommen” und alle Kurseinheiten und Übungen wurden ausführlich besprochen. Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass man praktisch eine Doppelrolle einnimmt. Auf der einen Seite haben wir Infos darüber bekommen, worauf man bei den Übungen achten sollte, und gleichzeitig durften wir aber selbst aktiv werden. Wir haben z.B. eine Übung zum Achtsamen Essen gemacht und konnten dadurch auch verstehen, wie es Teilnehmenden bei der Übung im Kurs geht.
Mir wurde dadurch in der Ausbildung schnell klar: Hier geht es nicht darum, perfekte Methoden auswendig zu lernen – sondern darum, präsent zu sein, zuzuhören und zu verstehen, um echte Entwicklung zu ermöglichen.
Wir haben während der Einweisung verschiedene Arten kennengelernt, wie wir mit den Teilnehmenden arbeiten können. Dazu gehören zum Beispiel die Einzelarbeit und der Austausch in einer Kleingruppe.
Nachdem wir inhaltlich das Kurskonzept besprochen hatten, haben wir uns gemeinsam auf die Lehrprobe am letzten Tag vorbereitet. Dabei durften wir uns ein Thema aus dem Kurs aussuchen und selbst einen kleinen Teil anleiten. Wir konnten uns somit in der neuen Rolle als Kursleitung ausprobieren und haben von den anderen im Anschluss ein Feedback bekommen.
Für wen ist die Einweisung in ein Resilienztraining geeignet und welche Möglichkeiten bieten sich dadurch?
Die Trainerausbildung (auch: Einweisung in ein Kurskonzept) ist für alle Menschen geeignet, die sich beruflich oder privat weiterbilden wollen. Sie kann der Grundstein deiner neuen Selbstständigkeit sein oder deine bereits bestehenden Themengebiete um einen weiteren Schwerpunkt ergänzen. Bisher haben zum Beispiel Trainer*innen, Coaches, EX-IN-Genesungsbegleitende, Ärzt*innen und Psycholog*innen teilgenommen.
Vorkenntnisse im Leiten von Gruppen und zu den Säulen der Resilienz sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Wichtig sind eine wertschätzende Haltung, Offenheit und die Lust, Gruppen in ihrem Prozess auf dem Weg zu mehr Resilienz zu begleiten.
Das Kurskonzept RASMUS ist ein zertifizierter Präventionskurs, das heißt es wird nicht nicht therapeutisch gearbeitet, sondern präventiv (vorbeugend) – zum Beispiel im Bereich der mentalen Gesundheitsförderung.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Einweisung als Kursleitung eröffnen sich vielfältige, neue berufliche Möglichkeiten: Die Kursleitungen können eigene Resilienzkurse online oder in Präsenz durchführen, die Inhalte in die eigene Arbeit z.B. in pädagogischen Tätigkeitsfeldern oder in Kliniken integrieren, sowie Teams, Führungskräfte und Organisationen begleiten.
Ich habe nach der Trainerausbildung eigene RASMUS-Resilienzkurse in meine Arbeit als Genesungsbegleiterin eingebaut. Für mich war es ein gutes Gefühl, mit Menschen gemeinsam nach den eigenen Ressourcen zu schauen, nicht auf Defizite. Das war schon immer meine Superkraft: ich schau auf all das, was TROTZDEM geht. Als RASMUS Trainerin habe ich nun weitere Methoden in meinem Werkzeugkoffer.
Welche Inhalte und Methoden werden in der RASMUS Trainerausbildung vermittelt?
In der Einweisung in das Kurskonzept wird dir der Präventionskurs inhaltlich anhand der Stundenverlaufspläne erläutert und du bekommst hilfreiche Tipps für die Durchführung eigener Kurse.
Inhaltlich geht es außerdem um:
- Das gezielte Arbeiten mit Erfahrungswissen
- Vermittlung der 7 Säulen der Resilienz, jede Säule erhält ein eigenes Modul
- Achtsamkeit und Selbstmitgefühl als Ergänzung des klassischen Resilienz Ansatzes
- Kennenlernen verschiedener Achtsamkeitsübungen
- Vorstellung von Modellen zum Thema Stress und Stressmanagement
Wie unterscheidet sich das Resilienztraining RASMUS von anderen Resilienz-Konzepten?
Im Vergleich zu vielen klassischen Trainerausbildungen wurde das Resilienz-Training RASMUS aufgrund der eigenen Krisenerfahrung der Entwicklerin Annegret Corsing ins Leben gerufen. Das Konzept verfolgt damit den modernen sozialpsychiatrischen Ansatz, der eigene Krisenerfahrung als eine wertvolle Ressource ansieht.

Des Weiteren wird der klassische Resilienz-Ansatz um die beiden Themengebiete Achtsamkeit und Selbstmitgefühl erweitert, die eine wichtige Basis für Veränderungen sind. Durch Selbstmitgefühl können Teilnehmende einen liebevollen Umgang mit sich selbst erlernen, der in herausfordernden Situationen dem „Inneren Kritiker“ (kritischer innerer Anteil) gegenübersteht. Die Achtsamkeit hilft dabei, eigene Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und das eigene Handeln darauf auslegen zu können.
Besonders beeindruckt hat mich, dass ich als Trainerin eigenes Erfahrungswissen mit einbringen kann. Das gibt mir das Gefühl von Authentizität.
Melli berichtet von ihren persönlichen Erfahrungen
Ein wesentliches Merkmal der Trainerausbildung beim ERNA-Netzwerk ist der Raum für persönliche Entwicklung. Viele Teilnehmende berichten, dass sie nicht nur fachlich, sondern auch menschlich wachsen. Mir ging es auch so. Ich war überrascht, wie ich anfing, mich meinen Ängsten zu stellen, angeregt durch die im Kurs vermittelte SMART-Methode (Methode zum Setzen und Erreichen von persönlichen oder beruflichen Zielen – diese können auch ganz klein sein). Ich habe es noch während der Ausbildung geschafft ins Üben zu kommen und kann heute wieder über die Autobahn fahren. Das hatte ich zuvor 20 Jahre lang konsequent vermieden. Die Trainerausbildung hat insofern mein Leben auch hier ganz konkret verbessert.
Resilienztrainerin für das Resilienztraining RASMUS zu werden, hat mein Leben positiv verändert. Jede Kurseinheit ist für mich ein Geschenk und ich werde bereichert durch den Austausch mit den Teilnehmenden.
Somit hat der Kurs weit über den beruflichen Kontext hinaus positiven Einfluss und hilft gute Beziehungen zu gestalten, das Selbstbild zu stärken und Alltag zu entschleunigen.
Die Trainerausbildung gemacht zu haben, hat sich auch in meinem Familienleben widergespiegelt. Wir haben plötzlich „Achtsames Essen“ ausprobiert, Atemübungen gemeinsam gemacht und zusammen darüber gesprochen, was uns stark macht. Jeden einzelnen von uns- und uns als Familie gemeinsam.
Erfahre hier mehr über die Einweisung in unsere Resilienztrainings:
Aktuelle Termine Einweisung Kursleitung für Resilienztraining
Infoveranstaltung: Einweisung als Kursleitung für Resilienztraining
Einweisung Kursleiter*in Resilienztraining RASMUS (online)
Einweisung Kursleiter*in Resilienztraining RE:MIND (online)
Bildquellen:
Titelbild: Elf-Moondance/Pixabay, Grafik Frau mit Laptop:souandresantana/Pixbay

Melli Hinz ist EX-IN Genesungsbegleiterin und Trainerin für EX-IN, Resilienz, Achtsamkeit und GSK

