Peer-Beratung

Beratung von Erfahrenen mit seelischen Krisen und psychischen Erkrankungen

Was ist Peer-Beratung?

Peer-Beratung bedeutet: Menschen, die eine psychische Belastung erlebt, durchlebt und einen stabilen Umgang damit gelernt haben, beraten und unterstützen andere Betroffene und deren Angehörige. Die Peer-Berater*innen berichten von ihren eigenen Erfahrungen und können so Hemmschwellen beim Ratsuchenden ab- und Vertrauen aufbauen.

Peer-Beratung geht von dem Prinzip aus, dass die Lösung des Problems bereits in den Ratsuchenden vorhanden ist. Peer-Beratung kann in dem Prozess der Lösungsfindung unterstützen und begleiten. Die Peer-Berater*innen hören zu und können den Ratsuchenden Zeit, Unterstützung und Akzeptanz geben.

Peer-Beratung kann dich zu folgenden Themen unterstützen:

  • Umgang mit / Akzeptanz von Diagnosen
  • Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe über Symptomatiken, Medikamenteneinnahme, Klinikaufenthalte und Therapiemöglichkeiten, Genesung, Rückfallprophylaxe
  • Informationen zu den vorhandenen Selbsthilfe- und Versorgungsstrukturen
  • Vermittlung von Selbsthilfe
  • emotionaler Beistand,  Zuhören und Mitgefühl
  • Beratung für Angehörige

Wichtig!
Peer-Beratung ersetzt keine Therapie oder den Weg zum Arzt. Bitte wende dich in einer akuten Krisensituation an die Mitarbeiter*innen der Kontakt- und Beratungsstellen in deiner Nähe bzw. den Berliner Krisendienst.
Derzeit bieten wir keine Online- oder Telefon-Termine an. Die Beratung findet vor Ort in Berlin statt. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich.

Die Peer-Beratung findet 14-tägig von 13:00 bis 15:00 Uhr in Kooperation mit der Albatros Kontakt- und Beratungsstelle Pankow statt. Sie ist kostenfrei und auf Wunsch anonym.

Adresse: Berliner Str. 16, 13189 Berlin
Tel: 030 – 47 53 54 92

In Kooperation mit

Albatros gGmbH Logo

Hinweis zu den Corona-Kontaktbeschränkungen: Die Peer-Beratung findet weiterhin statt. Einzelberatungen können unter den gegebenen Sicherheitsauflagen wie Mindestabstand durchgeführt werden. Es werden derzeit von Besucher*innen vor Ort in der Beratungsstelle Kontaktdaten erhoben, um ggf. Kontakte nachverfolgen zu können.

Unsere Berater*innen haben u.a. Erfahrungen mit:

  • Einnahme von Antidepressiva / Psychopharmaka
  • Suizidalität und selbstverletzendem/selbstschädigendem Verhalten
  • unterschiedlichen Therapiemethoden (Schulmedizin/alternativ)
  • Tagesklinik / stationären Klinikaufenthalten
  • vorhandenen Selbsthilfe- und Versorgungsstrukturen
  • Selbsthilfegruppen
  • medizinischer/beruflicher Reha

Schwerpunktthemen/
Diagnosen:

  • Depressionen
  • (generalisierte) Angststörung
  • Essstörungen – Magersucht (Anorexia Nervosa)
  • Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (Typ Borderline)
  • Trauma
  • “Burn Out”/Belastung
  • Zwangsstörung/Zwangsgedanken

Unsere Berater*innen stellen sich vor

Christine – Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Peer-Beraterin Christine Depressionen PTBSIch bin Christine.

Was ist das Leben und wie geht das?

Völlig von mir abgeschnitten und traumatisiert verließ ich freiwillig meine Herkunftsfamilie mit 15 über das Jugendamt. Sehr lange wusste ich nicht wirklich was mit mir los war und warum. Ich wollte leben wie andere, aber es gelang mir trotz großer Anstrengungen immer wieder nicht. Ich verzweifelte.
Unbewusst schlidderte ich ständig in viele alte Glaubenssätze und Verhaltensmuster, verbunden mit einem ständigen unkontrollierten Gefühlschaos. Verdrängung und Abwehr waren meine alten Lösungen.

In meiner ersten Therapie bekam ich erstmals den notwendigen Raum, den ich so sehr brauchte. Mit der ersten Therapie war die Aufarbeitung nicht erledigt. Aber es war ein lebenswichtiger Anfang, der mir Mut und Kraft gab und gibt, nie aufzuhören weiter nach mir und der Wahrheit zu suchen. Bis heute.
Ich probierte vieles aus, angefangen mit verschiedenen ambulanten Therapien, SHGs, Workshops, Vorträge, Weiterbildungen.

Ein echter empathischer, aufrichtiger und starker professioneller Helfer, Austausch mit anderen Betroffenen und stetig wachsendes Wissen sind für mich die Pfeiler, beständig Krisen und Schwierigkeiten zu bewältigen und Stück für Stück zu mir selber zu finden.

Ich freue mich,  wenn ich Dir mit meinem Erfahrungsschatz weiterhelfen und Dich ermutigen kann,  Dich wieder und weiter für Dich und andere zu öffnen.

Meine Schwerpunktthemen:

  • Depressionen
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Ich habe Erfahrungen mit:

  • Gewalt (sexualisierte, körperliche und psychische)
  • sexuellem, emotionalem Missbrauch
  • Drogenmissbrauch
  • Kontaktabbruch zur Familie
  • Prostitution innerhalb der Familie
  • Wut, Manipulation
  • Mobbing
  • Panikattacken, Angst
  • Hilfesystem (Heim, betreute WG, Einzelfallhilfe, Therapie)
  • Selbstreflexion

Juliane – Borderline-Persönlichkeitsstörung

Peer-Beraterin Juliane Borderline Emotional-instabile PersönlichkeitsstörungMein Name ist Juliane.

Mit 20 Jahren wurde bei mir Borderline diagnostiziert. Schon in meiner Kindheit habe ich mich und meine Bedürfnisse nicht richtig wahrnehmen können. Dies alles führte zur Ängstlichkeit, Panikattacken, Misstrauen, Unsicherheit, Selbstabwertung, Selbsthass, Selbstzweifel u.v.m.

Ich bin nun über 30 Jahre alt, habe in den letzten Jahren einiges an Therapien gemacht, unter anderem Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, Skillsgruppentraining, Steppstraining und einen Tagesklinik-Aufenthalt.Zu Beginn meiner Therapien habe ich zur Unterstützung Psychopharmaka bekommen, habe Erfahrung in der Selbsthilfe für Borderline-Betroffene, sowie auch Borderline-Angehörige.

So schlimm auch viele Krisen manchmal sind, sehe ich sie heute als ein Teil von mir und merke dass sie für mich auch eine Chance sind, mich weiterzuentwickeln, meine Grenzen selbst wahrzunehmen und mich im Hier und Jetzt besser regulieren zu können.Gerne möchte ich meine Erfahrung mit anderen Erkrankten als auch Angehörigen teilen und ein offenes Ohr für Euch haben.

Meine Schwerpunktthemen:

  • Borderline (Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung)

Ich habe Erfahrungen mit:

  • Panikattacken und selbstverletzendem Verhalten
  • Tagesklinikaufenthalt
  • Einnahme von Psychopharmaka
  • psychiatrischer Institutsambulanz
  • Psychischem Missbrauch
  • Sexuellem Missbrauch
  • Kontaktabbruch zu den Eltern
  • Skilltraining / Steppstraining
  • Selbsthilfe – Borderline-Betroffene und -Angehörige

Sabine – Trauma, „Burn-Out“/Belastung

Peer-Beraterin Sabine Trauma Burn-Out BelastungsstörungHallo, ich heiße Sabine.

Bei mir hat es sehr lange gedauert, bis ein Arzt den Befund “Trauma” erheben konnte. Das Thema Traumatisierung – v.a. die komplexe, bei der die Summe erst zu einem Trauma-Erleben führt, wie in meinem Fall – ist unter den Ärzt*innen und Therapeut*innen kaum bekannt. Das hat mich viel von meiner Lebenszeit gekostet. Eine Zeit, in der ich ständig über die Frage gegrübelt habe, was hier nicht stimmt, ob das an mir liegt oder an den anderen oder ob es einfach nur der Situation geschuldet ist. Diese Unsicherheit war so groß, dass ich oft mit mir selbst haderte und die Dinge des Lebens nicht mit der nötigen Festigkeit angehen konnte.

Jetzt kann ich endlich gut für mich einstehen und habe eine tiefe Verbindung zu mir selbst. Ich kann mich besser entfalten und nehme das Leben intensiver wahr.

Geholfen haben mir dabei vor allem die vielen Kontakte, die ich hatte: Zur Natur, zu Tieren, aber vor allem zu Menschen. Menschen mit einer guten Intuition, die sich Zeit nahmen, mir zuhörten und mich auf meinen langen Weg der Suche gut unterstützen konnten.

Das möchte ich nun gerne weitergeben.

Meine Schwerpunktthemen:

  • Trauma
  • “Burn Out”/Belastung

Ich habe Erfahrungen mit:

  • Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Kognitive Gesprächstherapie, Köperpsychotherapie, Systemische Therapie
  • Hochsensibilität
  • Hochbegabung
  • Migration
  • Transgenerationale Traumaweitergabe
  • Tod naher Angehöriger
  • Trauerarbeit
  • Mobbing
  • Tanz/Bewegung, Kunst, Kreativität
  • Mediation/Sozialwissenschaft
  • Reisen, unterschiedliche Kulturen
  • Spiritualität/Philosophie

San – Zwangsstörung/Zwangsgedanken, Angststörung, Magersucht (Anorexia Nervosa)

Peer-Beraterin San Zwangsstörung Angststörung Magersucht Anorexia NervosaIch bin San.

Seit meiner Kindheit begleiten mich pathologische Ängste. Mit 16 Jahren begann ich eine akute Anorexia Nervosa (Magersucht) zu entwickeln. Das war der Beginn eines fast 25 Jahre andauernden Marathons durch eine Welt, geprägt von starken Ängsten und Zwängen, von Selbstverletzung und einer andauernden Essstörung. Mein Weg führte mich von der Psychiatrie, über mehrere stationäre Reha Aufenthalte, zu Medikationen und ambulanten Therapien (Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologische Therapie), bis hin zur Erfahrung mit Selbsthilfegruppen.

Nach einem sehr langen Leidensweg galt ich als austherapiert. Doch ich gab den Kampf und die Hoffnung nie auf, denn ich wollte leben. Heute, 25 Jahre später, kann ich endlich den Sonnenaufgang genießen, ohne Angst vor jedem neuen Tag. Es geht im Leben nicht darum zu funktionieren, es geht darum, zu leben!

Depressionen, Angstzustände und Zwänge sind keine Zeichen von Schwäche. Sie sind Zeichen dafür, dass du versucht hast, viel zu lange zu stark zu sein.

Meine Schwerpunktthemen:

  • Zwangsstörung/Zwangsgedanken
  • (generalisierte) Angststörung
  • Essstörungen – Magersucht (Anorexia Nervosa)

Ich habe Erfahrungen mit:

  • Einnahme von Antidepressiva/Psychopharmaka
  • selbstverletzendem/selbstschädigendem Verhalten
  • unterschiedlichen Therapiemethoden
  • stationären Klinikaufenthalten/ambulante Therapien
  • Selbsthilfegruppen
  • medizinischer/beruflicher Reha
  • Suizid von Angehörigen

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